Aufsteiger Hemmingen kommt nach Rehden
Rehden – Erstes Aufeinandertreffen beider Vereine, erstes Liga-Heimspiel für Jan Stromberg und ein Gegner, der trotz seiner jüngsten Ergebnisse nicht unterschätzt werden darf: Der BSV Rehden empfängt am Samstag den SC Hemmingen-Westerfeld.
Nach dem emotionalen Einzug ins Halbfinale des Niedersachsenpokals richtet sich der Blick beim BSV Rehden wieder auf den Ligaalltag. Am Samstag, 10. Oktober 2026, empfangen die Schwarz-Weißen um 14:00 Uhr den SC Hemmingen-Westerfeld zum Oberliga-Duell in den Waldsportstätten. Mit dem Aufsteiger wartet dabei ein völlig neuer Gegner auf den BSV: Noch nie standen sich beide Vereine in einem Pflichtspiel gegenüber.
Für Jan Stromberg hält die Partie eine weitere Premiere bereit. Nach seinem erfolgreichen Einstand als BSV-Trainer beim Pokalerfolg in Lohne sitzt er erstmals bei einem Liga-Heimspiel in den Waldsportstätten auf der Bank.
Vom Landesliga-Meister zum Oberliga-Neuling
Der SC Hemmingen-Westerfeld betritt in dieser Saison ebenfalls neues Terrain. Als Meister der Landesliga Hannover gelang im Sommer der Sprung in die Oberliga Niedersachsen.
In der neuen Spielklasse erlebt die Mannschaft von Trainer Tim Hoffmann bislang die erwarteten Höhen und Tiefen. Nach acht absolvierten Begegnungen steht Hemmingen mit sieben Punkten und 9:22 Toren auf Rang 13. Der BSV geht mit 17 Punkten und 17:9 Toren als Tabellenfünfter in die Begegnung.
Dass der Aufsteiger in der Oberliga mithalten kann, hat er bereits bewiesen. Auf den ersten Saisonsieg beim 2:1 gegen Drochtersen/Assel II folgte ein 3:2 gegen die U23 des SV Meppen.
Zuletzt blieb Hemmingen allerdings dreimal hintereinander ohne eigenen Treffer: 0:3 in Hildesheim, 0:3 gegen Bersenbrück und 0:2 in Lohne.
Viel Oberliga-Erfahrung – Fender als zentrale Figur
Allein auf die jüngsten Resultate sollte man den SC allerdings nicht reduzieren. Hemmingen hat seinen Kader nach dem Aufstieg gezielt verstärkt und gerade in der Offensive einige Spieler hinzugewonnen, die in der Oberliga keine Unbekannten sind. Mit Luc-Elias Fender, Bangin Bakir und Finn Jüttner verfügt der Aufsteiger über erfahrene Optionen, hinzu kommt unter anderem der junge Cenan Aslan.
Besonders Luc-Elias Fender hat seinen Wert bereits unter Beweis gestellt. Fünf der bislang neun Hemminger Saisontore gehen auf das Konto des Mittelstürmers.
Fender ist dabei mehr als nur der Vollstrecker im Strafraum. Der Mittelstürmer ist ein zentraler Bezugspunkt im Hemminger Offensivspiel. Der Aufsteiger versucht, spielerische Lösungen zu finden und Fender immer wieder in gefährliche Abschlusspositionen zu bringen. Gleichzeitig bindet er seine Mitspieler ein und benötigt nur wenige Situationen, um selbst für Gefahr zu sorgen.
Wie schwer er über 90 Minuten auszuschalten ist, zeigte sich bereits in mehreren Saisonspielen. Beim 2:1 gegen Drochtersen/Assel II erzielte Fender in der zweiten Halbzeit den entscheidenden Treffer, gegen Meppen traf er zur Führung und hatte zuvor bereits den Innenpfosten getroffen.
Für den BSV bedeutet das: Nicht nur Fender selbst muss im Blick bleiben. Auch die Wege und Zuspiele in Richtung des Angreifers gilt es frühzeitig zu unterbinden. Denn selbst in Phasen, in denen Hemmingen nur wenig Torgefahr entwickelt, kann der 25-Jährige mit einer einzelnen Aktion ein Spiel verändern.
Am Samstag kommt es damit auch zu einem interessanten Torjägervergleich. Fender und Rehdens Ebrima Jobe stehen jeweils bei fünf Saisontreffern.
„Eine Mannschaft, die Fußball spielen möchte“
Auch Jan Stromberg warnt davor, den Aufsteiger anhand der letzten Ergebnisse zu beurteilen.
„Hemmingen wird, wie jedes Spiel in dieser Liga, nicht einfach. Sie hatten zuletzt sicherlich keine so guten Ergebnisse, besitzen aber Qualität. Das ist eine Mannschaft, die sehr spielstark sein kann und Fußball spielen möchte“, sagt der BSV-Coach.
Dabei hebt Stromberg ebenfalls den Hemminger Mittelstürmer hervor: „Mit Luc-Elias Fender haben sie vorne einen Top-Torjäger, der bereits fünfmal erfolgreich war. Da müssen wir aufpassen. Dazu haben sie einige robuste Innenverteidiger.“
Für den BSV wird es deshalb nicht nur darum gehen, die offensive Qualität des Gegners einzuschränken. Stromberg möchte gleichzeitig im eigenen Spiel einen weiteren Schritt sehen.
„Wir müssen hinten weiter stabil sein, vielleicht sogar noch etwas mehr, als das zuletzt der Fall war. Gleichzeitig wollen wir uns offensiv mehr Torchancen herausspielen.“
Geduld könnte zum Schlüssel werden
Eine besondere Bedeutung misst der neue BSV-Trainer der Geduld bei. Hemmingen hat trotz der jüngsten Niederlagen mehrfach gezeigt, dass die Mannschaft Begegnungen lange offenhalten kann.
„Ich denke, es wird wichtig sein, geduldig zu bleiben. Hemmingen hat zuletzt viele Spiele lange offen gestaltet und lange das 0:0 gehalten. Die Gegentore haben sie häufig erst spät bekommen. Deshalb müssen wir dranbleiben, den Ball laufen lassen, uns Chancen erarbeiten und diese dann auch nutzen.“
Stromberg rechnet deshalb keineswegs mit einer einseitigen Angelegenheit: „Ich glaube, dass es ein enges Spiel wird und wir es hinten heraus für uns entscheiden können.“
Stromberg freut sich auf seine Heimpremiere
Neben den drei Punkten hat die Begegnung für den neuen Trainer auch persönlich eine besondere Bedeutung. Erstmals erlebt Stromberg die Waldsportstätten als verantwortlicher BSV-Coach bei einem Ligaspiel.
„Ich freue mich natürlich auf das erste Heimspiel. Wir sind letzte Woche in Lohne von unseren Fans super unterstützt worden. Daher hoffe ich, dass das zu Hause genauso sein wird. Ich freue mich darauf, noch mehr Leute zu sehen und kennenzulernen.“
Personell ist das endgültige Bild noch nicht komplett. Neben Beytullah Özer gibt es einige angeschlagene Akteure, wobei Stromberg aktuell weitgehend mit dem Kader aus der Vorwoche rechnet.
Am Freitag kehrt zudem Javier Jiménez Paris von seiner Länderspielreise zurück. Wie er die Belastungen überstanden hat, soll anschließend beurteilt werden. Grundsätzlich ist der Angreifer für Samstag eine Option.
Nach dem Pokalerfolg in Lohne wartet damit die nächste Herausforderung – und gleich mehrere Premieren: Jan Strombergs erstes Liga-Heimspiel, Hemmingens erster Auftritt in den Waldsportstätten und das erste Pflichtspiel überhaupt zwischen beiden Vereinen.
Gemeinsam mit den Rehdener Fans wollen die Schwarz-Weißen den Schwung aus dem Pokal mitnehmen und auch in der Oberliga wieder punkten.
PURE LEIDENSCHAFT. 🖤🤍
