Strombergs Premiere gleich auf großer Pokalbühne – BSV fordert Regionalliga-Absteiger Lohne
Am Sonntag wartet auf den BSV Rehden eines der bisherigen Highlights der Saison. Um 15:00 Uhr gastiert unsere Mannschaft beim TuS Blau-Weiß Lohne. Im Viertelfinale des Krombacher NFV-Pokals geht es im Heinz-Dettmer-Stadion um den Einzug unter die letzten Vier.
Dabei besitzt dieses Duell eine besondere Vorgeschichte: Eigentlich hätten sich beide Mannschaften an diesem Wochenende in der Oberliga gegenüberstehen sollen. Diese Ligapartie wurde abgesetzt – stattdessen richtet sich der volle Fokus nun auf das Pokalduell am Sonntag.
Und für den BSV beginnt in Lohne gleichzeitig ein neues Kapitel.
Strombergs Einstand gleich im Viertelfinale
Nach den Rücktritten von Cheftrainer Majid Cirousse und anschließend Co- und Interimstrainer David Schiavone hat Jan Stromberg zu Wochenbeginn die sportliche Verantwortung beim BSV übernommen.
Viel Zeit zum Eingewöhnen bleibt dem neuen Cheftrainer nicht. Mannschaft kennenlernen, Abläufe abstimmen und erste eigene Vorstellungen auf den Trainingsplatz bringen – und dann wartet direkt ein K.-o.-Spiel.
Dabei geht Stromberg keineswegs völlig unvorbereitet in seine neue Aufgabe. Der 40-jährige A-Lizenzinhaber hatte sich bereits zuvor intensiv mit dem Rehdener Kader und der Oberliga Niedersachsen beschäftigt. Mit Julian Wolff und Paterson Chato trifft er zudem auf zwei Spieler, mit denen er bereits zusammengearbeitet hat.
Unterstützt wird Stromberg zunächst von U23-Trainer Romulus „Muri“ Muresan Kis als Co-Trainer. Torwarttrainer Tobias Röwer bleibt ja ebenfalls Teil des Trainerteams.
„Alle haben Bock auf das Spiel“
Nach seinen ersten gemeinsamen Einheiten zieht Stromberg ein positives Zwischenfazit. Die bewegten vergangenen Tage scheinen innerhalb der Mannschaft verarbeitet zu sein.
„Ich glaube, dass die Mannschaft die letzten Tage ganz gut verdaut hat. Mein Eindruck ist, dass alle gut mitziehen und alle Bock auf das Spiel am Wochenende haben“, beschreibt Stromberg die Stimmung im Team.
Für den neuen Cheftrainer ging es zunächst vor allem darum, seine Spieler kennenzulernen und erste gemeinsame Abläufe zu entwickeln.
„Für mich ging es vorrangig darum, alle kennenzulernen und Abläufe reinzubekommen. Das hat gut geklappt, ist aber natürlich noch nicht abgeschlossen. Ich habe die Mannschaft als sehr positiv kennengelernt.“
Sportlich übernimmt Stromberg eine Mannschaft, die einen starken Saisonstart hingelegt und sich in der Spitzengruppe der Oberliga Niedersachsen festgesetzt hat. Erst zuletzt musste der BSV gegen den VfV Hildesheim die erste Saisonniederlage hinnehmen.
Nun soll der Blick nach turbulenten Tagen wieder vollständig auf den Fußball gehen.
Viel Regionalliga-Erfahrung auf der anderen Seite
Mit BW Lohne wartet allerdings direkt ein echtes Schwergewicht. Nach dem Abstieg aus der Regionalliga Nord spielen die Blau-Weißen zwar wieder in der Oberliga, konnten jedoch einen großen Teil ihres höherklassig erfahrenen Kaders zusammenhalten.
Auch Stromberg weiß um die Qualität des Gegners.
„Mit Lohne wartet direkt ein Brocken auf uns. Auswärts ist das ein tolles Spiel, aber natürlich auch ein schwerer Gegner. Sie haben im vergangenen Jahr noch in der Regionalliga gespielt und sehr viele Spieler behalten, die dort gespielt haben, schon lange im Verein sind und eine hohe Qualität besitzen. Dazu sind einige neue Jungs gekommen. Der Respekt vor diesem Gegner ist schon groß.“
Namen wie Marko Dedovic, Laurenz Pölking, Malte Wengerowski, Nico Thoben, Kai Westerhoff oder Thorsten Tönnies stehen beispielhaft für die Erfahrung im Lohner Kader.
Lohnes Offensive macht auf sich aufmerksam
Vor allem im Spiel nach vorne machten die Blau-Weißen früh deutlich, dass mit ihnen zu rechnen ist. 15 Treffer in den ersten sechs Saisonspielen unterstreichen die offensive Qualität. Drei Siege und zwei Unentschieden standen zu diesem Zeitpunkt lediglich einer Niederlage gegenüber.
Dabei verteilt sich die Gefahr auf mehrere Schultern.
Wie schnell Lohne eine Partie an sich reißen kann, zeigte das 3:0 in Nordhorn. Malte Wengerowski, Jakob Völkerding und Nico Thoben trafen innerhalb von gut 20 Minuten und sorgten früh für klare Verhältnisse.
Auch beim 3:1 gegen Vorsfelde zeigte sich die Qualität im letzten Drittel. Thoben erzielte die ersten beiden Treffer, Völkerding lieferte nach dem zwischenzeitlichen Anschluss praktisch umgehend die Antwort.
Dass Lohne nicht nur über schnelle Offensivaktionen zum Erfolg kommen kann, zeigte zuletzt das 2:0 gegen den SC Hemmingen-Westerfeld. Lange gelang es nicht, die Überlegenheit in Tore umzumünzen. Die Blau-Weißen blieben jedoch geduldig und entschieden die Begegnung mit zwei späten Treffern.
Für den BSV bedeutet das: Die Konzentration muss über die gesamte Spielzeit hoch bleiben. Standards, zweite Bälle und schnelle Aktionen nach Ballgewinnen können gerade in einem engen Pokalspiel entscheidend werden.
Lohne ist aber auch verwundbar
Bei aller Qualität ist der Regionalliga-Absteiger keineswegs unangreifbar. In der laufenden Oberliga-Saison gab es bereits Partien, in denen die Lohner Defensive unter Druck geriet und Möglichkeiten zuließ.
Genau dort muss der BSV ansetzen. Nicht nur reagieren und verteidigen, sondern selbst mutig auftreten, Lohnes Hintermannschaft beschäftigen und nach Ballgewinnen die sich bietenden Räume konsequent nutzen.
Gerade in einem K.-o.-Spiel wird es auf die richtige Balance ankommen: Lohnes Offensive möglichst wenig zur Entfaltung kommen lassen, ohne dabei die eigene offensive Stärke aufzugeben.
„Wir sind optimistisch, dass wir dort bestehen können“
Respekt vor dem Gegner ja – verstecken möchte sich der BSV in Lohne aber keineswegs. Dafür hat die Mannschaft in den vergangenen Wochen selbst genügend Argumente geliefert.
„Wir wollen ebenfalls zeigen, dass wir alles in allem eine gute Truppe sind. Das hat unser Saisonstart gezeigt. Deshalb sind wir optimistisch, dass wir dort bestehen können“, sagt Stromberg.
Am Sonntag spielen Tabellenstände und Serien ohnehin nur noch eine Nebenrolle. Ein Viertelfinale hat seine eigenen Gesetze. 90 Minuten – und wenn nötig mehr – entscheiden darüber, wer den nächsten Schritt macht.
Lohne hat den Heimvorteil, eine gefährliche Offensive und reichlich Regionalliga-Erfahrung. Auf der anderen Seite steht ein BSV, der einen starken Saisonstart hingelegt hat und nach bewegten Tagen mit einem neuen Cheftrainer an der Seitenlinie ein neues Kapitel aufschlägt.
Jan Strombergs erstes Spiel als BSV-Trainer könnte damit kaum mehr Pokalcharakter besitzen: auswärts beim Regionalliga-Absteiger, Viertelfinale, K.-o.-Spiel.
Und Stromberg hat noch einen Wunsch:
„Natürlich hoffen wir auch auf die Unterstützung unserer Fans.“
Also, Rehdener: Macht euch am Sonntag auf den Weg nach Lohne und unterstützt unsere Mannschaft im Kampf um den Einzug ins Halbfinale!
90 Minuten. Zwei Mannschaften. Ein Platz im Halbfinale.
📸 @Vogler_Images (Archivbild)
