Rehden beweist Moral und Durchschlagskraft – knapper 8:7-Erfolg in einem außergewöhnlichen Testformat.
Was für ein Spiel! In insgesamt viermal 30 intensiven Minuten setzt sich der BSV Rehden in einem torreichen Härtetest mit 8:7 gegen den Regionalligisten HSC Hannover durch. Die Partie entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch mit viel Tempo, zahlreichen Torchancen und hohem Unterhaltungswert – ein echter Offensivtest für beide Mannschaften.
Die Rehdener Treffer erzielten Beck (3), Wallenßus (2), Jimenez Paris (2) und Temin (1).
Früher Rückstand nach schwachem Auftakt
Die erste 30-Minuten-Sequenz verlief aus Rehdener Sicht enttäuschend. Die erste Spielgruppe ließ vieles vermissen von dem, was zuvor geplant war – Struktur, Zugriff und Durchschlagskraft fehlten nahezu komplett. Ohne eigenen Torschuss geriet der BSV folgerichtig mit 0:2 in Rückstand.
Erst im zweiten Abschnitt steigerten sich die Schwarz-Weißen deutlich. Mehr Druck, bessere Offensivaktionen und klarere Abläufe führten zum Anschlusstreffer durch den eingewechselten Noah Wallenßus. Nach 60 gespielten Minuten lag dennoch der Regionalligist mit 2:1 vorn.
Zweite Rehdener Formation dreht auf
Nach der Pause – verbunden mit einem nahezu kompletten Personalwechsel – kippte die Partie. Zwar erhöhte der HSC kurz nach Wiederbeginn zunächst auf 3:1, doch anschließend übernahm die zweite Rehdener Gruppe zunehmend die Kontrolle.
Mit viel Tempo und Offensivpower drehte der BSV zwischenzeitlich die Partie und ging sogar mit 5:3 in Führung. Allerdings blieb das große Problem an diesem Tag das Defensivverhalten. Immer wieder brachte sich Rehden durch individuelle Fehler selbst in Schwierigkeiten und kassierte vermeidbare Gegentore. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch bis zum spektakulären 8:7-Endstand.
Trainerstimme: Der Rehdener Coach Kristian Arambasic zog nach der Partie ein gemischtes Fazit:
„Eigentlich wollten wir unser Defensivverhalten besser in den Griff bekommen – deshalb kann ich mich darüber nicht wirklich freuen. Das sind einfach zu viele Gegentore. Das ist eher ein Eishockey-Ergebnis als ein Fußballspiel. Mein Trainerkollege Vural Tasdelen wird das sicher ähnlich sehen. Nach vorne war es gut, aber hinten war es bei beiden Mannschaften ein offenes Scheunentor. Da müssen wir uns für den Ligabetrieb deutlich steigern – und zwar als gesamter Mannschaftsverbund.“
Intensive Woche mit vielen Spielen
Trotz der defensiven Baustellen blickt Arambasic insgesamt positiv auf die zurückliegenden Tage:
Mehrere Spiele innerhalb kurzer Zeit hätten wichtige Belastungsreize gesetzt. Gegen den BV Garrel, die SV Werder U23 und den HSC Hannover gab es Siege, lediglich gegen Kickers Emden musste sich der BSV nach 70min geschlagen geben.
Gerade mit Blick auf den geringen Trainingsumfang bewertet der Trainer die Woche als wertvoll: Spielpraxis, Intensität und Wettkampfbelastung hätten zusätzliche Kräfte mobilisiert.
Nun richtet sich der Fokus klar auf den Pflichtspielstart. Am kommenden Wochenende wartet mit dem SV Holthausen Biene eine ganz andere Aufgabe.
Arambasic macht deutlich:
Ein torreiches Spektakel wie gegen Hannover wird dort nicht entscheidend sein – sondern Stabilität, Struktur und mannschaftliche Geschlossenheit.
Fazit
Ein spektakulärer Test mit vielen Toren, starken Offensivmomenten – aber ebenso klaren defensiven Baustellen. Der BSV Rehden beweist große Durchschlagskraft nach vorn und Moral im Spielverlauf, muss jedoch vor allem im Defensivverbund deutlich stabiler werden. Die Erkenntnisse aus diesem wilden 8:7 liefern reichlich Ansatzpunkte für die letzten Anpassungen vor dem Ligastart. ⚽
#PureLeidenschaft
