BSV-Co Trainer mit ehrlichem und selbstkritischem Spiel und Saisonfazit!
Rehden – Nach der unglücklichen 1:2-Heimniederlage gegen den MTV Wolfenbüttel zog BSV-Co-Trainer David Schiavone ein Fazit – sowohl zur Partie als auch zur gesamten Saison 2025/26.
Neben der Enttäuschung über das späte Ergebnis betonte Schiavone den verdienten Klassenerhalt, machte aber auch deutlich, dass der BSV mit seinen Möglichkeiten deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist. Gleichzeitig hob er den Zusammenhalt der Mannschaft in der entscheidenden Saisonphase hervor und richtete den Blick bereits auf die kommende Spielzeit.
Fehlende Effizienz kostet den Heimsieg
„Es war am Sonntag eine unglückliche Heimniederlage für uns. Ich glaube, dass wir über 75 Minuten ein gutes Spiel gemacht haben und die bessere Mannschaft waren. Wir hätten schon zur Halbzeit höher führen müssen und hatten auch zu Beginn der zweiten Hälfte weitere große Chancen, um das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Das 1:0 durch den abgefälschten Schuss von Beytullah Özer nach neun Minuten war natürlich ein guter Dosenöffner. Danach waren wir gut im Spiel und hatten durch Javier Jimenez Paris, Noah Wallenßus und weitere Möglichkeiten die Chance, die Partie klar in unsere Richtung zu lenken. Das ist uns leider nicht gelungen.
Wolfenbüttel im Spiel gehalten
Wir sind auch gut aus der Halbzeit gekommen und hatten direkt wieder zwei dicke Möglichkeiten, um den Deckel draufzumachen. Wenn du in so einem Spiel das zweite oder dritte Tor machst, nimmst du dem Gegner den Glauben. So haben wir Wolfenbüttel am Leben gelassen. In der Schlussphase hat man dann gemerkt, dass uns nach den vielen Spielen in kurzer Zeit ein paar Körner gefehlt haben. Wolfenbüttel stand enorm unter Druck, musste gewinnen und hat in den letzten Minuten alles nach vorne geworfen.
Pascal hat uns mit mehreren starken Paraden lange im Spiel gehalten. Aber wir konnten uns in dieser Phase nicht mehr richtig befreien, haben eine Situation nach einer Ecke nicht sauber geklärt und später bei einer Flanke am langen Pfosten nicht konsequent genug verteidigt. So fällt dann am Ende die Entscheidung gegen uns.
„Das Spiel spiegelt unsere Saison wider“
Grundsätzlich kann ich den Jungs keinen großen Vorwurf machen. Am Ende haben vielleicht ein bisschen Kraft und Konzentration gefehlt, um das Spiel über die Bühne zu bringen. Gerade im Rahmen der Verabschiedungen wäre es natürlich schön gewesen, die Saison mit einem Sieg zu beenden – umso ärgerlicher ist dieses Ergebnis.
Wenn man das große Ganze betrachtet, spiegelt dieses Spiel am Ende vielleicht auch ein Stück weit unsere gesamte Saison wider. Es gab viele Höhen und Tiefen. Unter dem Strich haben wir den Klassenerhalt völlig verdient geschafft, aber trotzdem sind wir deutlich hinter unseren eigenen Erwartungen geblieben. Mit Platz 10 hatten wir ganz sicher andere Ziele, gerade wenn man sieht, welcher Kader uns zur Verfügung stand. Da wäre definitiv eine bessere Platzierung möglich gewesen.
Aber damit kommen wir auch zum Kernthema dieser Saison. Wir haben es über 30 Spiele hinweg nicht geschafft, unser Potenzial konstant auf den Platz zu bringen und dadurch eine bessere Platzierung zu erreichen. Das müssen wir ganz klar kritisch analysieren. Natürlich ist es wichtig, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben, aber wenn der Anspruch vor der Saison ein anderer war, dann muss man auch ehrlich sagen, dass am Ende eher Enttäuschung da ist als große Freude.
Zusammenhalt als positives Signal
Was mich trotzdem positiv stimmt, ist die Art und Weise, wie wir uns in der entscheidenden Phase präsentiert haben. Da haben wir Charakter gezeigt, sind als Mannschaft zusammengerückt und jeder ist für den anderen gelaufen und hat gearbeitet. Genau so muss Fußball sein. Wenn wir diese Geschlossenheit über eine gesamte Saison auf den Platz bekommen, dann ist definitiv mehr möglich.
Gerade die letzten Spiele haben gezeigt, worauf es ankommt – gar nicht nur auf das rein Fußballerische, sondern vor allem auf das Miteinander, die Geschlossenheit und die Bereitschaft, füreinander da zu sein. Das muss der Ansatz für die kommende Saison sein, damit wir gar nicht erst wieder in so einen Abstiegsstrudel geraten.
Heimspiele als klarer Ansatzpunkt
Ein klarer Fokus wird auch darauf liegen, in unseren Heimspielen deutlich mehr Punkte zu holen. Da haben wir in dieser Saison einfach zu viel liegen lassen. Unser Stadion muss wieder mehr zu einer Festung werden. Auswärts hat es dagegen ganz ordentlich funktioniert, aber zuhause haben wir zu oft die nötige Konsequenz vermissen lassen.
Jetzt gilt es erstmal, die Saison in Ruhe Revue passieren zu lassen, sich zu sammeln und auch den Kopf freizubekommen. Die Sommerpause sollte jeder nutzen, um neue Energie zu tanken und den Fokus dann wieder auf die kommende Saison zu legen, die sicherlich nicht einfacher wird.
Dank an Umfeld und Kristian Arambasic
Zum Schluss möchte ich mich bei allen bedanken, die uns in dieser Saison unterstützt haben – bei unseren Helfern, Sponsoren, Fans, dem Staff und allen rund um den Verein. Gerade in der Phase, in der es darauf ankam, hat man gemerkt, dass alle zusammengerückt sind und uns unterstützt haben. Das hat uns geholfen und darüber habe ich mich persönlich sehr gefreut. Und auch wenn Kristian nicht mehr da ist, möchte ich mich ausdrücklich bei ihm bedanken. Ich konnte persönlich viel von ihm mitnehmen und hatte mit ihm eine gute Zeit. Das sollte nicht untergehen. Kristian hat unglaublich viel für diesen Verein gegeben und deshalb ist es natürlich schade, dass es am Ende nicht mehr funktioniert hat. Aber so ist der Fußball manchmal. Ich wünsche ihm für seine neue Aufgabe in Jeddeloh auf jeden Fall alles Gute und viel Erfolg
