***Rehdens erste Halbzeit bleibt unbelohnt***

Der BSV unterliegt dem HSC mit 1:3 und steht mit leeren Händen da!

Der BSV Rehden hat das Spitzenspiel der Oberliga Niedersachsen gegen den Heeslinger SC mit 1:3 (0:0) verloren. Eine Niederlage, die sich nach dem Spielverlauf besonders bitter anfühlt. Vor allem im ersten Durchgang zeigten die Schwarz-Weißen eine starke Vorstellung, verpassten es aber, ihre zahlreichen Möglichkeiten in Tore umzumünzen. Eine Schlüsselszene kurz nach der Pause mit Elfmeter und Gelb-Roter Karte brachte die Partie schließlich auf die Seite der Gäste.

Rehdens Kicker bestimmen die erste Halbzeit

Von Beginn an präsentierte sich der BSV konzentriert, mutig und spielstark. Unsere Mannschaft setzte Heeslingen früh unter Druck, störte den gegnerischen Spielaufbau mit einem aggressiven Pressing und ließ den Gästen kaum Zeit, ihr eigenes Ballbesitzspiel aufzuziehen.

Auch mit dem Ball überzeugten die Schwarz-Weißen. Rehden fand immer wieder gute Lösungen, verlagerte das Spiel und kam mehrfach gefährlich in die letzte Zone.

Trainer Stromberg zeigte sich vor allem mit diesem Auftritt sehr zufrieden: „Wir haben hervorragend gepresst, den Gegner früh gestört, kaum etwas zugelassen und selbst einen sehr guten Ballbesitz gehabt. Das hat aus meiner Sicht wirklich sehr gut ausgesehen.“

Was fehlte, war einzig die Belohnung.

Ebrima Jobe sorgte mit einem Freistoß aus rund 20 Metern für eine der besten Möglichkeiten des ersten Durchgangs. Sein Schuss schlug an der Unterkante der Latte ein, sprang kurz vor der Torlinie auf und von dort wieder ins Feld.

Auch aus dem Spiel heraus blieb der BSV gefährlich. Taka hatte in der 24. Minute eine weitere gute Möglichkeit, Milan kam kurz vor der Pause in der 42. Minute ebenfalls aussichtsreich zum Abschluss.

Die wohl größte Chance entstand nach einer Hereingabe von der linken Seite. Aus kürzester Distanz musste der Ball eigentlich nur noch über die Linie gedrückt werden, doch der Abschluss traf den Heeslinger Torhüter.

„Wir hatten mehrere richtig gute Möglichkeiten. Wenn wir eine davon nutzen und das 1:0 machen, kann das Spiel einen ganz anderen Verlauf nehmen“, ordnete Stromberg die starke Rehdener Phase ein.

Heeslingen selbst kam erst gegen Ende des ersten Durchgangs zu seiner ersten wirklich großen Gelegenheit. Nach einer flachen Hereingabe kam ein Gästespieler relativ frei zum Abschluss, doch Danny Banfalvi reagierte stark und verhinderte den Rückstand.

So ging es trotz einer überzeugenden Rehdener Vorstellung mit einem 0:0 in die Kabine.

Eine Szene verändert die Partie

Auch nach dem Seitenwechsel fand der BSV zunächst wieder gut in die Begegnung. Doch in der 54. Minute kippte das Spiel.

Nach einer Ecke konnte Rehden die Situation im eigenen Strafraum nicht konsequent bereinigen. Der Ball fiel herunter, sprang noch einmal auf und in der anschließenden Aktion traf Javier Alejandro Jimenez Paris seinen Gegenspieler mit dem Arm.

Schiedsrichter Jonah Fichtner – der vom Rehdener Anhang an diesem Abend nicht die besten Noten bekam – entschied auf Strafstoß und zeigte dem bereits verwarnten Rehdener Angreifer Gelb-Rot.

Damit traf den BSV die Szene gleich doppelt.

Ein lang wartender Darvin Stüve verwandelte den fälligen Elfmeter in der 55. Minute mittig zum 0:1. Gleichzeitig mussten die Schwarz-Weißen die verbleibende Spielzeit in Unterzahl bestreiten.

„Das war natürlich die Schlüsselszene des Spiels“, sagte Stromberg. „Plötzlich liegst du zurück und bist gleichzeitig ein Mann weniger.“

Zu schnell das zweite Gegentor

Nach dem Rückstand wollte Rehden sofort reagieren. Einsatz und Wille waren der Mannschaft dabei nicht abzusprechen. Aus Sicht des Trainers wollte sein Team in dieser Phase jedoch etwas zu schnell zu viel.

Anstatt zunächst wieder Stabilität in die eigene Ordnung zu bringen, rückte der BSV offensiv weit auf. Heeslingen nutzte die Räume und kombinierte sich stark durch die Rehdener Defensive. Fabio Gerke vollendete bereits in der 59. Minute zum 0:2.

Gerade dieser Treffer ärgerte Stromberg im Nachgang: „Das zweite Gegentor fällt einfach viel zu schnell. Nach dem 0:1 hätten wir erst einmal wieder stabil stehen und Ruhe in unser Spiel bekommen müssen. Die Jungs wollten die Situation unbedingt wiedergutmachen und sind dabei etwas zu ungestüm nach vorne gegangen.“

Der Plan hätte aus Sicht des Trainers vielmehr darin bestehen müssen, die Partie zunächst offen zu halten und erst in der Schlussphase das Risiko wieder zu erhöhen.

„Im Fußball kann immer noch etwas passieren. Vielleicht bekommst du selbst einen Elfmeter, vielleicht gibt es auf der anderen Seite einen Platzverweis oder irgendeine andere Szene, die das Spiel noch einmal öffnet. Dafür musst du aber zunächst im Spiel bleiben.“

In Unterzahl wird die Aufgabe immer schwieriger

Gegen einen technisch und spielerisch starken Heeslinger SC war die Aufgabe mit einem Zwei-Tore-Rückstand und einem Mann weniger nun enorm schwierig.

Die Gäste spielten ihre Überzahl zunehmend aus und ließen den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen. In der 75. Minute sorgte erneut Darvin Stüve mit dem 0:3 endgültig für die Entscheidung.

Trotzdem steckte der BSV nicht auf. Die Mannschaft arbeitete weiter, suchte auch in Unterzahl den Weg nach vorne und wollte sich zumindest noch für ihren Einsatz belohnen.

Das gelang in der Nachspielzeit.

Nach einem langen Ball setzte sich Fynn Kasperak energisch gegen seinen Gegenspieler durch, behauptete die Kugel und schob flach zum 1:3-Endstand ein. Ein Treffer, der am Ausgang der Partie zwar nichts mehr änderte, aber sinnbildlich dafür stand, dass sich die Mannschaft bis zum Schlusspfiff nicht aufgab.

„Das Positive müssen wir mitnehmen“

Am Ende stand eine Niederlage, die sich aufgrund des Spielverlaufs deutlich anders anfühlte, als es das reine Ergebnis vermuten lässt.

Vor allem die erste Halbzeit zeigte, welches Niveau die Mannschaft gegen einen der stärksten Gegner der Liga abrufen kann. Der BSV hatte viel Ballbesitz, presste konsequent, ließ defensiv kaum etwas zu und erspielte sich mehrere hochkarätige Chancen.

„Den Jungs kann ich vom Einsatz und Engagement her keinen Vorwurf machen“, betonte Stromberg. „Nach dem Platzverweis und den schnellen Gegentoren war die Aufgabe natürlich extrem schwierig. Aber gerade aus der ersten Halbzeit können wir sehr viel mitnehmen.“

Entscheidend sei nun, die guten Ansätze zu konservieren und gleichzeitig aus der Phase nach dem 0:1 zu lernen.

„Wir haben gegen einen wirklich guten Gegner gezeigt, dass wir spielerisch mithalten können. Unser Ballbesitz war stabil, das Pressing war gut und wir haben uns zahlreiche Torchancen herausgespielt. Das Positive müssen wir unbedingt mitnehmen und darauf aufbauen.“

So bleiben am Ende zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten: eine starke Rehdener Vorstellung vor der Pause und eine zweite Hälfte, die durch die Schlüsselszene in der 54. Minute eine völlig neue Richtung bekam.

Die Niederlage ist ärgerlich – die Leistung über weite Strecken macht jedoch Mut für die kommenden Aufgaben.

Nächste Herausforderung beim bisherigen Tabellenführer

Viel Zeit zum Zurückblicken bleibt den Schwarz-Weißen nicht. Bereits am kommenden Sonntag wartet in der Rheingold Arena der Junglöwen die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Um 14:00 Uhr gastiert der BSV Rehden bei der U23 von Eintracht Braunschweig, dem bisherigen Tabellenführer der Oberliga Niedersachsen.

Dort will die Mannschaft an die starke erste Halbzeit gegen Heeslingen anknüpfen, die richtigen Lehren aus den entscheidenden Momenten ziehen und sich diesmal auch mit etwas Zählbarem belohnen.

Der BSV Rehden heute mit : Daniel Banfalvi, Leonit Basha, Julian Wolff, Paterson Chato, Leon Arizanov (71. Nick Kaperkon), Max Kummer (80. Daniel Jung), Daniel Hefele, , Takang Anubodem (80. Fynn Daniel Andreas Kasperak), Milan Hoffmeister (91. Robin Alexander Sarstedt), Jimenez Paris, Ebrima Jobe (85. Bojang Babanding).

Trainer: Jan Stromberg

Torfolge: 0:1 Davin Stüve (55.) Strafstoß, 0:2 Fabio Gerke (59.), 0:3 Davin Stüve (75.), 1:3 Fynn Daniel Andreas Kasperak (90+1)

 Schiedsrichter: Jonas Fichtner

Zuschauer: 320

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