***Der Weser Kurier über…***

Noah Wallenßus und der Traum vom Profifußball – Der Gesseler spielt in Rehden

Mit 14 Treffern führt Noah Wallenßus die Torschützenliste der Oberliga Niedersachsen an. Der junge Spieler vom BSV Rehden träumt vom Profifußball und arbeitet hart an seiner Karriere.

Schwer zu stoppen: Noah Wallenßus (links) führt die Torschützenliste der Oberliga Niedersachsen zur Winterpause an. Foto: Ingo Moellers

Noah Wallenßus vom Diepholzer Fußball-Oberligisten BSV Rehden ist ein junger Spieler mit einem ausgeprägten Torriecher. Wenn sein Trainer Kristian Arambasic über den Stürmer spricht, fällt die Bewertung sehr positiv aus: „Noah hat eine hohe Qualität im Abschluss“, sagt Arambasic über das Talent, das in Gessel seine Wurzeln hat und seit anderthalb Jahren für Rehden in der Oberliga Niedersachsen aufläuft.

Mit 14 Treffern führt Wallenßus aktuell die Torjägerliste der Liga vor Louis Malina vom VfV Borussia 06 Hildesheim und Moritz Raskopp vom Rehdener Nachbarn TSV Wetschen an. Beide bringen es auf bislang zehn Torerfolge. „Die Zahlen zeigen, dass er auf dem richtigen Weg ist. Er ist ein sehr guter Boxspieler, der nicht viele Chancen braucht. Natürlich hat er in Sachen Physis, Körperlichkeit, Robustheit und Schnelligkeit auch noch Luft nach oben“, sagt Arambasic.

Die fehlende Robustheit erschwere es ihm noch, im vorderen Bereich lange Bälle festzumachen. Doch Noah Wallenßus sei noch jung und intelligent, dazu sehr fleißig und lernwillig. „Er träumt von der großen Karriere“, traut Arambasic seinem torgefährlichen Angreifer durchaus noch mehr zu.

Anfänge beim FC Gessel-Leerßen

Seine ersten fußballerischen Schritte unternahm Wallenßus in seinem Heimatdorf beim FC Gessel-Leerßen. Von dort aus verschlug es ihn in die Jugend des TuS Sudweyhe, wo unter anderem der einstige Erstherrentrainer und jetzige Sportliche Leiter Benjamin Jacobeit sein Coach und Förderer war. Einer seiner Teamkollegen im Sudweyher Talentschuppen war der Twistringer Leonit Basha, der beim Rehdener Ligarivalen SV Atlas Delmenhorst unter Vertrag steht.

Sie sind jung, talentiert und ehrgeizig: Die Fußballer Noah Wallenßus, Tom Köppener und Leonit Basha haben sich beim TuS Sudweyhe einen Namen gemacht – und das Interesse von Bundesligisten geweckt.

Schnell wurden die Talentscouts des SV Werder Bremen auf Wallenßus aufmerksam, der bereits zu damaligen Zeiten kontinuierlich das Tor traf. „Zunächst habe ich dort als Gastspieler mitgewirkt. Im Sommer 2018 bin ich dann von Sudweyhe aus ins Nachwuchsleistungszentrum des SV Werder in die U14 gewechselt“, erzählt der mittlerweile 20-Jährige, der insgesamt vier Jahre bis hin in den U17-Bereich bei den Grün-Weißen verbrachte.

Unter anderem spielte er in dieser Zeit mit Torhüter Mio Backhaus und Keke Topp, die jetzt im Profikader von Werder stehen, und auch Fabio Chiarodia, der mittlerweile bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag steht, zusammen. Mit Leon Opitz, der momentan vom SV Werder an den Zweitligisten Karlsruher SC ausgeliehen ist, ebenfalls. „Mit ihm schreibe ich noch regelmäßig“, berichtet Wallenßus.

Wechsel von Werder zum Hamburger SV

Danach wechselte der Vollblutstürmer in die U18 des Nordrivalen Hamburger SV und verbrachte insgesamt zwei Jahre in dessen Nachwuchsleistungszentrum, lebte dort im Internat des HSV. „Ich hätte bei Werder bleiben können, doch ich wollte etwas Neues ausprobieren. Ich lebte während meiner Zeit bei Werder noch zu Hause in Gessel und wollte raus aus der elterlichen Komfortzone. Außerdem bot der HSV ein Individualtraining für alle Spieler an, was bei Werder nicht der Fall war“, schildert Wallenßus die Beweggründe für seinen Wechsel an die Elbe.

Es sei eine Umstellung und zunächst schwierig für ihn gewesen, von zu Hause weg zu sein und im Internat zu leben. „Doch nach kurzer Zeit bin ich gut reingekommen. Die Leute waren super und haben es mir einfach gemacht, dort anzukommen. Das erste Jahr beim HSV war dann auch ein richtig schönes. Mit den damaligen Weggefährten und Trainer Oliver Kirch bin ich gut zurechtgekommen“, verrät Wallenßus. 14 Tore und drei Vorlagen sprachen Bände.

Das zweite Jahr lief dann aber alles andere als gut. Der neue Trainer Thomas Johrden setzte mehr auf kleine, schnelle und athletische Stürmer. „Ich bin nicht der Allerschnellste, sondern eher der Strafraumstürmer, dessen Stärke es ist, in der Box die Bälle zu versenken. Auch das Individualtraining wurde verändert, fortan wurden größere Gruppen gebildet“, sagt Wallenßus.

Schwierige Phase an der Elbe

Verletzungsprobleme gesellten sich dazu, sodass der Offensivspieler wenig zum Einsatz kam und ihm in dieser Saison nicht ein Torerfolg gelingen sollte. „Das war eine frustrierende Zeit für mich. Ich konnte machen, was ich wollte. Ich kam einfach nicht mehr zum Zuge. Der Spaß und die Motivation gingen verloren und ich hätte fast aufgegeben“, berichtet Wallenßus über seine bislang schwerste Zeit als Fußballer.

Nach dem verlorenen Jahr in der U19 des HSV stand der junge Fußballer im Sommer 2024 am Scheideweg. „Ich hätte noch ein Jahr Vertrag für die U21 des HSV gehabt. Doch es wurde mir nahegelegt, dass ich nur wenig Chancen auf Einsätze bekommen würde und man fortan den Spielern aus dem Profibereich vermehrt Spielpraxis in der U21 verschaffen möchte“, betont Wallenßus, der in diesem Jahr in Hamburg auch sein Abitur

Ehemalige Mitspieler, während seiner Hamburger Zeit waren Karim Coulibaly, der momentan in der Bundesliga im Abwehrbereich des Nordrivalen Werder Bremen für Aufsehen sorgt, oder auch der portugiesische U21-Nationalspieler Fabio Baldé sowie Otto Stange, den der HSV an den Zweitligisten SV Elversberg ausgeliehen hat.

Durch seinen Berater kam dann der Kontakt zum niedersächsischen Oberligisten BSV Rehden und dessen Coach Kristian Arambasic zustande. „Ich hatte mich bei Richard Krohn, dem damaligen Co-Trainer der HSV-U21, über Noah informiert“, erzählt Arambasic, der Krohn in früheren Jahren als Trainer ausbildete. Mittlerweile ist Krohn als Co-Trainer an der Seite von Merlin Polzin im HSV-Profiteam tätig. Der Wechsel nach Rehden wurde schließlich schnell eingetütet.

Selbstvertrauen kehrt in Rehden zurück

Wallenßus war im Sommer 2024 einer von drei jungen Zugängen, die der BSV Rehden aus den Junioren-Bundesligen verpflichtete. „Es war der richtige Schritt für mich, zunächst in die Oberliga zu gehen. Kristian hat auf mich gesetzt und mir sofort das Vertrauen gegeben. Mein Selbstvertrauen war dann wieder da. Im Nachhinein war das schlechte letzte Jahr beim HSV eine wichtige Erfahrung für meinen weiteren Weg“, berichtet Wallenßus.

14 erzielte Tore durfte Noah Wallenßus in der Hinserie bejubeln.

14 erzielte Tore durfte Noah Wallenßus in der Hinserie bejubeln. Foto: Ingo Moellers

Zugute kommt dem Angreifer dabei auch, dass Arambasic neben jungen Leuten auch auf Offensivfußball und fußballerische Qualität setzt. „Ich denke, meine fußballerischen Qualitäten sind als Stürmer sehr gut“, so Wallenßus, der in der ersten Saison in Rehden spätestens nach der Winterpause gesetzt war und zunächst vorwiegend auf der Zehnerposition zum Einsatz kam. Auf zehn Treffer brachte es der Torjäger in seiner ersten Serie.

Zurück auf der Mittelstürmerposition zieren im zweiten Jahr nach 15 Spieltagen 14 Treffer sein Torekonto, dazu kommen drei Vorlagen. Insgesamt gelangen der talentierten Offensivkraft fünf Doppelpacks, unter anderem beim spektakulären 3:1-Auswärtserfolg beim Spitzenteam SV Atlas Delmenhorst. Die von Arambasic praktizierte offensive Marschroute mit viel Ballbesitz, wobei die Elf zuletzt vermehrt in einem 5-3-2- oder 3-4-3-System agierte, half dabei, Wallenßus mit genügend Vorlagen zu füttern.

Zusätzliche Trainingseinheiten

Seit seinem Wechsel nach Rehden vor anderthalb Jahren arbeitet Wallenßus neben seinen vier Trainingseinheiten pro Woche noch zusätzlich mit einem Athletiktrainer zusammen, um an seiner Körperlichkeit und Schnelligkeit zu feilen. „Zweimal pro Woche geht es noch zusätzlich ins Gym. Dazu kommen wöchentlich noch zwei Sprinteinheiten, um am Top-Speed und Antritt zu arbeiten, sowie Mobilitäts- und Beweglichkeitseinheiten“, schildert Wallenßus, der zusammen mit seinem Teamkollegen Elias Beck in einer Wohngemeinschaft in Diepholz lebt und zusätzlich zwischen Hamburg und Gessel pendelt.

„Von der Schnelligkeit her werde ich sicherlich kein Mbappé mehr, doch die Extra-Einheiten haben mir natürlich geholfen“, schmunzelt der treffsichere Schütze. Auf Platz neun liegend, scheint der Zug für die Rehdener in Sachen Aufstieg in dieser Saison allerdings schon abgefahren zu sein. Zu viele Punkte ließ man dabei zu Saisonbeginn liegen.

Wallenßus weckt Begehrlichkeiten

„Als Führender der Torschützenliste weckt Noah natürlich Begehrlichkeiten und steht logischerweise im Fokus zahlreicher Klubs“, weiß Rehden-Coach Kristian Arambasic. „Er hat eine Riesenplattform in Rehden. Wir werden uns natürlich darum bemühen, dass er bei uns verlängert. Ich bin jedoch realistisch und gehe davon aus, dass er im Sommer den nächsten Step machen wird, und hätte auch Verständnis, wenn er gehen würde“, sagt der Coach.

Rehden-Coach Kristian Arambasic weiß um die Qualitäten seines Torjägers.

Rehden-Coach Kristian Arambasic weiß um die Qualitäten seines Torjägers. Foto: Horst Vogler

„Ich wünsche ihm, dass er dann bei einem Klub landet, bei dem er auf zahlreiche Einsätze kommt. Er lebt seinen Traum, arbeitet hart daran und hat eine bedingungslose Einstellung zum Fußball. Ich bin glücklich über seine Entwicklung und freue mich, dass ich seinen Weg dann zwei Jahre begleiten durfte“, sagt Arambasic.

Sein Schützling sieht der Zukunft bereits positiv entgegen: „Ich werde in diesem Jahr wohl auch ein Studium beginnen, vermutlich in Richtung Management, um darauf vorbereitet zu sein, falls es mit dem Fußball nicht klappen sollte“, sagt Noah Wallenßus. „Der Traum vom Profifußball lebt jedoch. Wenn ich weiter so performe wie aktuell, bin ich guter Dinge.“

Text: Sven Hermann aus dem Syker Kurier, Erscheinungstag 24. Januar 2026.
 

Sauna- und Sportparadies Diepholz

In angenehmer Atmosphäre finden Sie im Sauna & Sportparadies viele Möglichkeiten, sich vom Alltag zu befreien.

Das Sauna- und Sportparadies bietet Ihnen ein umfassendes Programm rund um den Wellness- und Fitnessbereich und unterstützt seit der Saison 2013/14 den BSV Schwarz-Weiß Rehden. Die Spieler des BSV können, neben dem Training auf dem Grün, an den professionellen Trainingsgeräten fit machen und in der schönen Saunalandschaft regenerieren.