*** Testspiel: SV Schermbeck – BSV Rehden 4:5 (0:3) ***

„Tor-Festival im Test beim Westfalen-Ligisten!“

Schermbeck/Rehden – Ein torreiches und intensives Testspiel erlebte der Zuschauer in der Schermbecker Volksbank Arena am Wald auf Kunstrasen. Der BSV Rehden setzte sich dabei nach 90 unterhaltsamen Minuten mit 5:4 durch und gewann eine Partie in der letzten Spielminute, die in beiden Halbzeiten ein völlig unterschiedliches Gesicht zeigte.

Nach der kurzfristigen Absage des Meisterschaftsspiels von Schermbeck gegen Rot-Weiß Ahlen nutzten beide Oberligisten die Gelegenheit zu einem freundschaftlichen Vergleich. Der BSV Rehden, der zuvor eine lange Anreise hinter sich hatte, benötigte zu Beginn einige Minuten, um in die Begegnung zu finden. Mit zunehmender Spielzeit übernahm Rehden jedoch klar das Kommando und präsentierte sich strukturiert, konzentriert und spielerisch überzeugend.

Ein früher Abseitstreffer war ein erstes Signal, ehe die Führung folgte: Nach einem Querpass von der rechten Seite verwertete Javier Jiménez Paris direkt in der Box zum 1:0 (20.). Der SV Schermbeck agierte in dieser Phase zu passiv und fand nur selten Zugriff. Auch das 2:0 war sehenswert herausgespielt – Neuzugang Bo-Börge Drath flankte präzise, Noah Wallenßus vollendete sicher (40.). Kurz vor der Pause erhöhte Beytullah Özer nach Querablage von Max Kummer mit einem Distanzschuss aus rund 22 Metern unter die Latte auf 3:0 (43.).

Die Halbzeitführung war aus Rehdener Sicht verdient, man wusste sie aber auch richtig einzuordnen. Denn nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild komplett. SVS-Coach Yavuzaslan wechselte gleich neun Spieler und brachte überwiegend Stammkräfte. Der Effekt war sofort sichtbar: Schermbeck erhöhte Tempo, Pressing und Intensität deutlich, während der BSV personell improvisieren musste. Der Ausfall von Max Kummer im Zentrum sowie eine dünn besetzte Bank erschwerten es, die Ordnung zu halten.

Die Gastgeber nutzten diese Phase konsequent. Eren Özat verkürzte auf 1:3 (51.), Winterneuzugang Divine Bafoe erzielte nur wenige Minuten später den Anschluss (56.). Schermbeck setzte die Pressingzonen nun deutlich höher an, kombinierte sich mehrfach sehenswert bis vor das Rehdener Tor und glich folgerichtig durch Jamal El Mansoury zum 3:3 aus (66.). In dieser Phase war der SV Schermbeck klar spielbestimmend.

Nach Umstellungen kam der BSV Rehden wieder besser in die Partie und erzielte in dieser Phase, etwas überraschend, erneut die Führung. Rehdens Neuzugang Leon Arizanov traf mit einem Abschluss mit dem schwächeren Fuß zum 4:3 (81.) und feierte damit sein erstes Tor im Trikot des BSV Rehden – verbunden mit einem obligatorischen Beitrag für die Mannschaftskasse. Der Treffer fiel in einer Phase, in der Rehden zuvor unter erheblichem Druck gestanden hatte. Doch die Freude währte nur kurz: Nach einem Aufbaufehler nutzten die Gastgeber ihre Chance und glichen nur zwei Minuten später durch Tolga Ödemier zum 4:4 aus (83.).

Als vieles bereits nach einem leistungsgerechten Unentschieden aussah, schlug der BSV in der Nachspielzeit eiskalt zu. Nach einer Ecke von Beytullah Özer schraubte sich Javier Jiménez Paris hoch und köpfte in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 5:4-Siegtreffer ein (90.+2). Damit schnürte er seinen Doppelpack und setzte den Schlusspunkt unter ein echtes Neun-Tore-Festival.

Fazit der Trainer:

Kristian Arambasic (BSV Rehden):

„Es war für mich als Trainer mit meinem Co David zusammen mal wieder ein gelungener Test, wir konnten erneut ein wenig probieren. Am Ende wurde es ein Mentalitätsspiel heute: Bei 3:0-Führung den Ausgleich bekommen, erneute Führung, wieder Ausgleich, und in der letzten Minute der Siegtreffer – das zeigt, dass wir mental auf dem richtigen Weg sind. Die erste Halbzeit war sehr spielstark, in der zweiten Halbzeit fehlte etwas der Fluss und Rhythmus, viele Spieler waren auf ungewohnten Positionen – das hat man einfach gemerkt.“

Laut NRZ – Engin Yavuzaslan (SV Schermbeck):

„Wir waren in der ersten Halbzeit zu passiv und deutlich zu langsam im Kopf. In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, was möglich ist, das war ein munteres Spiel. Ärgerlich, dass wir uns für die starke zweite Hälfte nicht belohnen konnten.“

Unterm Strich war es ein wertvoller Test für beide Teams: Der SV Schermbeck bestätigte vor allem in der zweiten Halbzeit seine Qualität, der BSV Rehden überzeugte durch die strukturierte erste Halbzeit und bewies nach mehrfachen Rückschlägen große Mentalität. Ein Spiel, das wichtige Erkenntnisse für die kommende Saison liefert

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